bauTraum – die bundesweite Netzwerkkampagne 2010

AS1348 Dsc1419 Foto AnjaSchlamann 500 www.schlamann.com, Projektautor: www.jugend-architektur-stadt.de

Baukultur geht alle an. Die gebaute und historisch gewachsene Umgebung macht einen Teil unserer Lebensqualität aus, ebenso der Prozess ihrer Gestaltung und unserer Mitwirkungsmöglichkeiten. Baukultur ist Prozess und Ergebnis steht für Verfahrenskultur und für Gestaltungsqualität. Das gilt für Wohnräume und Schulhäuser, für Alltagsarchitektur und öffentliche Bauten, für Stadtbilder und Landschaftsgestaltung oder Verkehrsprojekte.

Gestaltete Räume sind Lebensräume, im Guten wie im Schlechten. Ihre Entstehung und Qualität tragen entscheidend dazu bei, ob wir uns zuhause und auch eingeladen fühlen, an der Erhaltung und Gestaltung unserer gebauten Umwelt selbst mitzuwirken.

Baukultur braucht Experten wie Architekten, Innenarchitekten, Ingenieure, Stadt- und Landschaftsplaner sowie Konservatoren. Verantwortung für die Baukultur der Zukunft tragen wir aber alle, Bauherren und Bauwirtschaft ebenso wie Politiker und Bürger, die an der Entstehung gebauter Räume beteiligt sind und in ihnen leben.

 

Baukultur schult. Kultur setzt kulturelle Bildung voraus, Baukultur erfordert baukulturelle Bildung. Das ist nicht nur eine Frage der ästhetischen und historischen Erziehung, sondern schließt politisches und soziales Lernen ein. Der Sensibilisierung und baukulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen für die Prozesse und Ergebnisse der Umweltgestaltung kommt zentrale Bedeutung zu, wenn Baukultur in unserer Gesellschaft Schule machen soll.

Einen Grundstein für das gesellschaftliche Baukulturbewusstsein der Zukunft legen unsere Schulen. Das schließt die Bildung von Umweltbewusstsein, die Auseinandersetzung mit dem baulich historischen Erbe wie auch die Förderung kreativer und sozialer Prozesse mit ein. Schulen bieten ein wichtiges Potential zur Vermittlung von Baukultur. Und Baukultur bietet ein wichtiges Potential zur Förderung der Schule, etwa durch Planungs- und Bauprozesse, die eine inspirierende Schularchitektur und die Verbesserung des Schulumfelds ermöglichen.

Zugleich geht der Blick über den Schulraum hinaus: so wird nicht nur der Lernort Schule als Lebensort verstanden sondern werden außerschulische Lebensorte als anregende und spannende Lernorte für Kinder und Jugendliche erschlossen. Dabei entstehen durch ein gelungenes Zusammenwirken im Quartier ganze Bildungs-landschaften.

 

Die Netzwerkkampagne bauTraum, die der Förderverein Bundesstiftung Baukultur e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesarchitektenkammer und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz auf Initiative der Bundesstiftung Baukultur für das zweite Schulhalbjahr 2009/2010 startet, soll dem Thema Baukultur und Schule bundesweit eine hohe öffentliche und politische Aufmerksamkeit verschaffen. Anliegen der Netzwerkkampagne ist, dass
  • der Sensibilisierung und Bildung auf dem Feld der Baukultur ein fester Platz in den Schulen bzw. in der Schulbildung eingeräumt wird und
  • baukulturelle Aspekte im eigenen Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen wie auch im gesellschaftlichen Kontext stärker wahrnehmbar und erlebbar sowie
  • das baukulturelle Umfeld von Kindern und Jugendlichen verbessert werden.

 

Die Netzwerkkampagne bauTraum ist eine Initialzündung mit langfristiger Perspektive. Zusammen werben Vertreter aus den Bereichen des Planens und Bauens, der Pädagogik, der Denkmalpflege und Kultur gemeinsam dafür, dass
  • Themen der Baukultur verstärkt in die Lehrpläne und Rahmenrichtlinien der Schulen Eingang finden und Angebote der Lehrerausbildung/Lehrerweiterbildung auf dem Gebiet der Baukultur systematisch auf- und ausgebaut werden,
  • schul-, fach- und jahrgangsspezifische Unterrichtsmaterialien bzw. Lehrmaterialien erarbeitet und für den unkomplizierten Einsatz in der Schule vorgehalten werden,
  • die Einbeziehung von externen professionellen Baukulturexperten (Architekten, Ingenieure, Konservatoren etc.), etwa im Rahmen von Projekttagen oder fächerübergreifendem Nachmittagsunterricht, gefördert und erleichtert wird,
  • Schulen durch Angebote von Wahlpflichtfach oder Arbeitsgemeinschaften zu Schwerpunktthemen der Baukultur ihr Profil schärfen können,
  • die Schulsituation selbst als naheliegendes Angebot zur gemeinschaftlichen Wahrnehmung und Gestaltung der gebauten Umwelt von Schülern, Lehrern und Eltern gezielt genutzt wird,
  • junge Menschen in ihrem Lebensumfeld Orte zum Entdecken, Aneignen und Gestalten vorfinden,
  • außerschulische Lebensorte als inspirierende Lernorte verstanden werden,
  • Kinder und Jugendliche über ihr Lebensumfeld Anregungen erhalten, ihre historisch gewachsene und gestaltete Umwelt zu erforschen, die dahinter liegenden Entstehungsprozesse zu entdecken und Möglichkeiten zur Partizipation und zum kompetenten Mitgestalten zu ergreifen.

 

Nach dem Beispiel der Netzwerkkampagne wieweiterwohnen lädt die Netzwerkkampagne bauTraum als bundesweite Aktions- und Informationsplattform alle Akteure und Medien zur Diskussion und Beteiligung ein, um eine breite Öffentlichkeit anzusprechen. Eingeladen zum Mitmachen und zur Präsentation ihrer Aktivitäten sind Schulen, Lehrer und Eltern sowie Akteure und Einrichtungen aus den Bereichen des Planens und Bauens, der Pädagogik, des Denkmalschutzes, der Kultur- und Sozialarbeit ebenso wie Repräsentanten der Schul-, Bau- und Kulturpolitik.

 

Die Netzwerkkampagne bauTraum 2010
  • bietet erstmalig eine ressort- und länderübergreifende Plattform zur Information und zur Vernetzung bereits laufender oder geplanter Baukulturaktivitäten mit Kindern und Jugendlichen im ganzen Bundesgebiet
  • lädt bundesweit Kinder und Jugendliche, Schülerinnen und Schüler dazu ein, ihr Lebensumfeld zu entdecken und aktiv mitzugestalten
  • will einen Beitrag leisten zur aktuellen Debatte um die Schule der Zukunft, die die Schularchitektur und das Schulumfeld ebenso einschließt wie die Lehrpläne und schulische Unterrichtsangebote,
  • zeigt Möglichkeiten der Kooperation auf lokaler Ebene zwischen der Schul- und Baukulturseite auf und fördert die thematische bzw. politische Vernetzung der Akteure auf regionaler und nationaler Ebene,
  • ermöglicht engagierten Persönlichkeiten, Gruppen und Einrichtungen, ihre Projekte zum Thema öffentlich zur Diskussion zu stellen,
  • dokumentiert das breite Spektrum der mit Kindern und Jugendlichen durchgeführten Aktivitäten im gesamten Bundesgebiet und bringt dieses für den Kampagnenzeitraum in gebündelter Form öffentlichkeitswirksam zur Geltung,
  • initiiert Aktivitäten und wirbt für neue Angebote und Initiativen auf dem Gebiet der Baukulturvermittlung an Kinder und Jugendliche und vermittelt mögliche Partner,
  • erstellt in der Auswertung der Kampagne eine Beispielsammlung geeigneter Projekte, die sich für eine Übertragung zur Einführung und Vertiefung des Thema Baukultur und Schule eignen könnten,
  • möchte Mut machen zur Fortführung und Initiierung von konkreten Projekten zur Förderung der baukulturellen Bildung von Schülerinnen und Schülern,
  • und den Boden bereiten für notwendige schul-, kultur- und baupolitische Aktivitäten zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Baukultur in der Schule.

Mitmachen! Wir freuen uns über eine große Beteiligung und rufen bundesweit zur Teilnahme an der Netzwerkkampagne bauTraum im 2. Schulhalbjahr 2009/2010 auf.

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Appell zur Netzwerkkampagne bauTraum 2010 als PDF

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